Was macht eine Familienhebamme?
Es gibt diese Tage, an denen einfach alles zu viel ist. Dein Baby weint, und du weißt nicht, warum. Die Nacht war wieder kurz, die Wäsche stapelt sich, und eigentlich bräuchtest du selbst jemanden, der dich einfach mal in den Arm nimmt. Vielleicht ist gerade niemand da, der schnell vorbeikommen kann. Und vielleicht fragst du dich leise: Was macht eine Familienhebamme eigentlich – und wäre das etwas für mich?

Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest, möchte ich dir zuerst etwas sagen: Du machst nichts falsch. Die erste Zeit mit einem Baby ist wunderschön – und gleichzeitig eine der anstrengendsten Phasen im Leben einer Frau. Viele Mütter tragen in dieser Zeit mehr, als man von außen sieht. Und viele trauen sich nicht, das auszusprechen, weil doch alle sagen, wie glücklich man jetzt sein müsste.
Genau für solche Zeiten gibt es Familienhebammen. Ich bin eine davon, und in diesem Beitrag erzähle ich dir, was wir tun, für wen wir da sind und wie du ganz unkompliziert Unterstützung bekommen kannst.
Inhalt dieses Beitrags
Was macht eine Familienhebamme?
Eine Familienhebamme ist eine staatlich examinierte Hebamme mit einer zusätzlichen Weiterbildung. Wir begleiten Frauen und Familien, die sich in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr ihres Kindes etwas mehr Unterstützung wünschen – länger und manchmal auch intensiver, als es in der üblichen Hebammenhilfe möglich ist.
Ich komme zu dir nach Hause, in deine vertraute Umgebung. Du musst nicht aufräumen und dich nicht zurechtmachen. Dort, wo dein Alltag stattfindet, können wir am besten schauen, was dir wirklich hilft – ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Bewertung, sondern mit Zeit, Erfahrung und einem offenen Herzen.
Der Unterschied zur Hebamme im Wochenbett
Die Hebammenhilfe im Wochenbett endet in der Regel einige Wochen nach der Geburt. Doch gerade dann tauchen oft neue Fragen auf: Warum schläft mein Baby so unruhig? Trinkt es genug? Wie schaffe ich das alles, wenn mein Partner wieder arbeitet – oder wenn ich ganz allein bin?
Als Familienhebamme kann ich dich und dein Kind bis zum ersten Geburtstag begleiten. Die Begleitung kann schon in der Schwangerschaft beginnen oder erst nach der Geburt. Sie ersetzt die Wochenbettbetreuung nicht, sondern ergänzt sie – beides kann gut nebeneinander laufen.
Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Liebe – zu deinem Kind und zu dir selbst.
Wobei ich dich unterstützen kann
Jede Frau, jede Familie ist anders – und so ist auch jede Begleitung anders. Gemeinsam schauen wir, was du gerade brauchst. Das kann zum Beispiel sein:
- Fragen zur Gesundheit, Ernährung und Entwicklung deines Babys
- Stillen oder Fläschchen – und die Frage, ob dein Kind genug bekommt
- Schlafen, Schreien und ein Tagesrhythmus, der für euch alle passt
- mehr Sicherheit im Umgang mit deinem Baby – und das schöne Gefühl, seine Signale immer besser zu verstehen
- Entlastung, wenn dich der Alltag erschöpft oder du dich allein fühlst
- Orientierung, welche weiteren Hilfen es für dich gibt – ich kenne mich in unserer Region gut aus und vermittle gern weiter
Und manchmal geht es auch einfach darum, dass jemand da ist. Dass du einmal in Ruhe erzählen kannst, wie es dir wirklich geht.
Ist eine Familienhebamme etwas für mich?
Diese Frage stellen sich viele Frauen – und ich verstehe sie gut. Eine Familienhebamme ist zum Beispiel für junge Mütter da, für Alleinerziehende, für Familien mit Zwillingen oder einem kranken oder zu früh geborenen Kind. Aber genauso für Frauen, die gerade einfach viel zu tragen haben: durch Sorgen, durch Erschöpfung oder weil im Umfeld niemand da ist, der helfen kann.
Vielleicht erkennst du dich hier wieder
- Du fühlst dich oft müde und überfordert – mehr, als du dir eingestehen magst.
- Du bist unsicher, ob es deinem Baby gut geht.
- Du hast wenig Unterstützung durch Familie oder Freundinnen.
- Du wünschst dir jemanden, der dir zuhört und mit dir überlegt, was dir helfen könnte.
Wenn du an einer Stelle innerlich genickt hast, darfst du dich melden. Du brauchst keinen besonderen Anlass und musst nichts beweisen.
Freiwillig, niedrigschwellig und kostenfrei
Die Begleitung durch eine Familienhebamme ist ein Angebot der Frühen Hilfen. Für dich bedeutet das:
- Freiwillig: Du entscheidest selbst, ob, wann und wie lange du die Begleitung in Anspruch nimmst. Du kannst jederzeit sagen, wenn du nichts mehr brauchst.
- Niedrigschwellig: Der Weg zu mir ist einfach. Eine kurze Nachricht genügt – ohne Antrag und ohne große Hürden.
- Kostenfrei: Im Landkreis Heidenheim läuft das Angebot über die Koordinationsstelle Frühe Hilfen beim Landratsamt. Für dich und deine Familie entstehen keine Kosten.
Und ganz wichtig: Was du mir anvertraust, bleibt bei mir. Als Hebamme unterliege ich der Schweigepflicht.
Wie eine Begleitung aussehen kann

Am Anfang steht ein erstes Kennenlernen bei dir zu Hause. Wir sprechen darüber, wie es dir geht, was schon gut läuft und wo der Schuh drückt. Danach überlegen wir gemeinsam, wie oft ich komme und worauf wir den Blick richten.
Manche Frauen brauchen nur ein paar Besuche, um wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Andere begleite ich über viele Monate. Beides ist richtig – es geht immer um das, was dir und deinem Kind guttut.
Familienhebamme bei LIFE in Heidenheim
Als Familienhebamme arbeite ich bei LIFE – Hilfe für Familien in Heidenheim. Dort arbeiten wir mit weiteren Fachkräften zusammen, damit Familien die Unterstützung bekommen, die wirklich zu ihnen passt. Mehr über die Frühen Hilfen findest du auf der Seite Frühe Hilfen bei LIFE und im Elternportal elternsein.info des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen.
Du bist noch schwanger und hast noch gar keine Hebamme? Dann lies auch meinen Beitrag Wann solltest du dir eine Hebamme suchen?
6 häufige Fragen zur Familienhebamme
Bis wann kann mich eine Familienhebamme begleiten?
Längstens bis zum ersten Geburtstag deines Kindes. Die Begleitung kann schon in der Schwangerschaft beginnen oder erst nach der Geburt.
Was kostet eine Familienhebamme?
Für dich nichts. Die Begleitung ist ein Angebot der Frühen Hilfen. Im Landkreis Heidenheim läuft sie über die Koordinationsstelle Frühe Hilfen beim Landratsamt und ist für Familien kostenfrei.
Muss ich besondere Probleme haben?
Nein. Du brauchst keinen besonderen Anlass. Wenn du dir Unterstützung wünschst, darfst du fragen – das genügt.
Kann ich zusätzlich eine Hebamme im Wochenbett haben?
Ja. Die Familienhebamme ersetzt die Wochenbettbetreuung nicht, sondern ergänzt sie. Beides kann gut nebeneinander laufen.
Erfährt jemand, was ich der Familienhebamme erzähle?
Nein. Was du mir anvertraust, bleibt bei mir. Als Hebamme unterliege ich der Schweigepflicht und gebe ohne dein Einverständnis nichts weiter.
Wie bekomme ich eine Familienhebamme?
Schreib mir einfach über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@corneliawiller.de. Ich melde mich bei dir, und dann schauen wir gemeinsam, was dir hilft.
Trau dich
Wenn du beim Lesen gedacht hast: „Das könnte mir guttun“ – dann ist das vielleicht schon der wichtigste Schritt. Schreib mir gern über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@corneliawiller.de. Ganz unverbindlich. Ich melde mich bei dir, und dann schauen wir gemeinsam weiter. Mehr über mein Angebot findest du auch auf meiner Seite Familienhebamme.
Von Herzen alles Gute für dich und dein Baby
Cornelia
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung durch deine Hebamme, Ärztin oder deinen Arzt. Bei akuten Beschwerden wende dich bitte sofort an deine Ärztin, deinen Arzt oder die Klinik.